Donnerstag - 10.08.2017

IT bei Covestro: meine Suche nach Antworten

Bert Oberholz erzählt heute in unserem Blog, wie seine Faszination für Computer geweckt wurde und wie er bei Covestro Antworten auf seine Fragen fand.

Bert Oberholz als Begleiter des Covestro Girl's Day 2017 zoom

Als Junge in den 70er Jahren liebte ich US-amerikanische TV-Krimi-Serien, wie zum Beispiel "Kojak". Jedes Mal, wenn ein Mord untersucht wurde und die Untersuchungen feststeckten, sagte der kahlköpfige, etwas ruppige Police-Detective: "Wir müssen den Computer fragen!" Er und seine Kollegen gingen dann in einen Computerraum zu einer Konsole und gaben dort ein paar Hinweise zu dem jeweiligen Verbrechen ein: männliches Opfer, braune Haare, blaue Augen, Hämatom von einem Schlag mit einem stumpfen Gegenstand am Hinterkopf.

 

Magnetbänder in Racks drehten sich ruckelnd hin und her, und nach einer Weile fing der Drucker an, zu klappern und ca. fünf Namen von Verdächtigen auszugeben, von denen sich drei zum Zeitpunkt der Tat in Gewahrsam oder außer Landes befanden und ein vierter mutmaßlich bereits verstorben war. Nur einer war auf freiem Fuß. Kojak riss das Papier aus dem Drucker und nahm es an sich – er wusste, was als nächstes zu tun war. Natürlich hat mich das damals nachhaltig beeindruckt. Eines Abends fragte ich meine Mutter: "Woher weiß der Computer das?". Zu meiner Enttäuschung erfuhr ich dann, dass Computer von sich aus überhaupt nichts wissen, sondern man sie zuerst mit Daten füttern muss (wie man das damals nannte). Mein Interesse an diesen Maschinen verschwand für eine Weile – bis zu meinem Studium.

80er Jahre: Der Beginn meiner Leidenschaft

 

Als Informatikstudent kaufte ich mir in den in den 80er Jahren meinen ersten Heimcomputer. Später, bei meinem ersten Arbeitgeber, einem amerikanischen Computerhersteller, war ich als Programmierer und Berater in Softwareprojekten für große Unternehmen tätig.

 

Damals begann meine Suche nach einem Computer, der mir Antworten gibt, die ich nicht vorher selbst eingeben muss. Auch wenn es naheliegt, ich spreche hier weder von Google noch meine ich Künstliche Intelligenz, Augmented Reality oder Big Data. Ich war auf der Suche nach etwas ganz anderem. Wo ich es schließlich gefunden habe: bei Covestro.

Digitalisierung als neue Herausforderung

 

Doch der Reihe nach: Als ich im Jahre 2000 zu Bayer kam, fand ich mich plötzlich in einem großen Aufbruch mit vielen neuen Herausforderungen wieder. Es war die Entstehung des E-Commerce und viele Industrieunternehmen lieferten sich einen Wettlauf um die Bereitstellung einer eigenen Verkaufsplattform im Internet. Bayer hatte sich gerade entschlossen, zu diesem Zweck ein Team aus 50 Personen aufzustellen, das zur Hälfte aus vorhandenen und zur anderen Hälfte aus neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wie mir bestehen sollte. In diesem internationalen und diversen Team habe ich als Java-Programmierer und Projektleiter selbständig und eigenverantwortlich gearbeitet, Reisen in die USA nach Pittsburgh inklusive, um die Arbeiten mit den dortigen Kollegen abzustimmen. Diese Dynamik, Aufgeschlossenheit und Agilität hatte ich in einem Industrieunternehmen nicht erwartet.

Die Verkaufsplattform wurde ein Erfolg: einige Jahre lang konnten unsere Kunden damit ihre Bestellungen planen, aufgeben und verfolgen. Den erstellten Code haben wir später noch für andere Portale wiederverwendet. Aber was meine Suche betraf, so war ich weiterhin unterwegs. Nach sechs Jahren als interner „IT-Dienstleister“ wechselte ich dann sozusagen auf die Auftraggeber-Seite. Als Projektleiter im Bereich Business Engagement bei Bayer Material Science habe ich zwischen der IT und den Anwendern von IT-Programmen und -Plattformen in allen Projekt-Phasen vermittelt.

2009 starteten wir dann mit unserer „Social Collaboration und Networking“ Plattform – und ich kam meiner Suche einen ersten großen Schritt näher. Als Nutzer von vergleichbaren Plattformen im Internet, wie Facebook und Twitter, fand ich schnell den Zugang und wurde aktiver Teilnehmer in einer schnell wachsenden Community. Da lag es für mich nahe, als die ersten Fragen an die „IT“ zu Benutzung sowie Sinn und Zweck der Plattform aufkamen, diese auch zu beantworten. Es war der Anfang einer Lawine von Fragen und ich begann, in allen Bereichen von Bayer Schulungen zum „Wie?“ und auch „Warum?“ von „Social Collaboration“ zu geben. Nach einer Weile wurde ich von meiner damaligen Tätigkeit freigestellt und konnte mich „hauptamtlich“ mit der Schulungs- und Überzeugungsarbeit in diesem Bereich befassen. Selbst in Thailand, Hong Kong und Shanghai war ich diesbezüglich unterwegs.

Was ich bis dahin nicht für möglich gehalten hatte: Allein anhand meiner Interessen und Neigungen hatte ich mir diese neue Tätigkeit selbst ausgesucht – mit einem Arbeitgeber, der mich in meinem Weg noch bestärkt und gefördert hat. Es folgten Vorträge zu unseren Erfahrungen und Fortschritten bei Social Networking und Collaboration auf nationalen und internationalen Kongressen. Beim Fachpublikum aus Unternehmen, Behörden und anderen Organisationen war das Interesse groß, denn viele von ihnen waren entweder noch abwartend oder hatten bei der Einführung nicht den gewünschten Erfolg erzielt und suchten neue Ideen. Gut in Erinnerung ist mir noch ein Vortrag vor einem 250-köpfigen, internationalen Fachpublikum bei einem Fachkongress in Orlando. Aus diesem gewachsenen Netzwerk von Kontakten zu externen Unternehmen beziehe ich heute viele neue Ideen und Impulse für meine Tätigkeit. Heute, das ist jetzt Covestro, ein junges und spannendes Unternehmen. Mit „jung“ meine ich hier nicht nur das Lebensalter, sondern auch die Fähigkeit und Bereitschaft sich ständig zu verändern, weiterzuentwickeln und Vertrautes in Frage zu stellen. Unser Vorstandsvorsitzender hat Covestro einmal „ein achtzig Jahre altes Startup“ genannt. Wir blicken auf eine lange Tradition von Erfindungen und Forschung zurück, haben aber durch die Ausgründung aus dem Bayer-Konzern die Freiheit erhalten, uns in vielen Bereichen neu zu erfinden und die Dinge auf unsere Bedürfnisse maßzuschneidern.

Die Antwort auf meine Frage...?

 

Hier, bei Covestro, habe ich auch endlich die Antwort auf meine Frage gefunden, die mich jetzt schon so lange begleitet hat: Wo finde ich einen Computer, der mir Antworten gibt, die ich nicht vorher selbst eingeben muss? Bei der Zusammenarbeit in unserem sozialen Netzwerk ergibt sich bei der Sammlung von Wissen und Ideen sowie bei der Diskussion von Meinungen oft als Ergebnis mehr als die Summe der Einzelbeiträge der Teilnehmer. Hier finde ich Antworten auf Fragen wie "Wer ist ein anerkannter Experte im Thema X?", "Wo finde ich Informationen zum Thema Y, die auch für andere Kollegen hilfreich waren?" oder „Wie kann ich selbst als Experte für ein Thema für andere sichtbar werden?“ – alles Informationen, auf die ich zugreifen kann, ohne sie vorher selbst eingeben zu müssen. Mein gesuchter „Computer“ ist also gar kein Gerät voll mit Elektronik, sondern unser soziales Netzwerk im Unternehmen. Was so banal klingt, ist von unschätzbarem Wert für uns.

Bert Oberholz (hintere Reihe, 3. v.l.) beim diesjährigen Covestro Girk's Day

Nehmen wir das Thema Innovation. Soziale Netzwerke und Innovation hängen für mich eng zusammen, was sich auch in meinem weiteren Werdegang ausdrückt. Zusätzlich zu meiner Verantwortung für „Social Collaboration“ habe ich mittlerweile den Bereich IT Innovation übernommen. Neben der Planung und Unterstützung von unternehmensweiten Ideenkampagnen bereite ich beispielsweise gerade eine Ideenkampagne für weltweit über 480 IT-Mitarbeiter vor. Besonders viel Spaß haben mir zuletzt auch eine Gastvorlesung an der Cologne Business School zu Innovation Management sowie der Girls’ Day 2017 gemacht.

Bei allem, was ich heute mache, kann ich natürlich auf meinen Kenntnissen und Erfahrungen aus der Vergangenheit aufbauen – aber ich nutze vor allem meinen gefundenen „Computer“. Bei der sogenannten Ideation, dem gemeinsamen Finden und Entwickeln von Ideen, haben wir bei Covestro bereits eine gut ausgebildete Collaboration-Kultur: Eine breite Kompetenz in der Nutzung und eine ausgeprägte Motivation der Teilnehmer unterstützen das Finden, Kommentieren und Abstimmen für Ideen. Unternehmens-interne Pendants zu Facebook, Twitter, YouTube sowie Chats und Videokonferenzen runden die Möglichkeiten für die Zusammenarbeit ab. Diese Plattformen ermöglichen es mir, je nach Aufgabenstellung die passenden Werkzeuge auszuwählen und lassen kaum Wünsche offen und, wenn doch, dann kann ich neue Ideen mit meinen Kollegen entwickeln und diskutieren.

 

Wenn ich also mal – wie Kojak – in einer Sache feststecken sollte, sage ich einfach: „Wir müssen das soziale Netzwerk fragen!"

 

http://berts2c.de/

https://twitter.com/BertOberholz

 

Bert Oberholz
IT Innovation
Social Collaboration
Business Engagement Workplace & Collaboration

← Mittwoch - 13.09.2017

Work Life Balance - praktisch umgesetzt

 

Donnerstag - 22.06.2017 →

IT bei Covestro: Kein Platz für Frauen?

Bewerbungsstatus

Rufen Sie Ihr Profil auf und verfolgen Sie den Status Ihrer Bewerbung.

Folgen Sie uns

Erfahren Sie mehr und tauschen Sie sich mit uns aus.

LinkedIn »
Facebook »
Twitter »
Youtube »

Letzte Änderung: 10.08.2017   Copyright © Covestro AG
URL: https://karriere.covestro.de/opencms/opencms/de/blog/Articles/it-bei-covestro-meine-suche-nach-antworten/index.html